WEIT:NAH (ab 10 Jahren)

Für Gäste bei Fremden und Fremde, die Gastgeber:innen werden können

Es musste alles ganz schnell gehen. Niemand hat mir etwas erklärt. Ich musste weg. Es war mitten in der Nacht. Ich hab’s bis heute nicht verstanden. Die neuen Menschen um mich herum sind anders. Ich vermisse mein Zuhause. Die Regeln hier verstehe ich nur langsam. Ich sage „bitte“ und „danke“. Ich lächele viel, damit nicht auffällt, dass ich nicht dazu gehöre. Nicht wirklich. Nie ganz. Ich bin ein Gast unter Fremden.

Was klingt wie eine der vielen Fluchtgeschichten, die wir seit Jahren täglich hören, ist zugleich auch der Anfang einer ganz anderen Fluchtgeschichte, einer, für die wir in Deutschland bleiben können. 70.000 Kinder, das ist 1 % der Minderjährigen in Deutschland, leben in Pflegefamilien. Viele von ihnen machen eine wahre Odyssee durch, bevor sie endlich eine neue Heimat finden. Und oft bleiben sie in ihrer neuen Familie zu Gast bei Fremden, obwohl die Familie sich viel Mühe gibt. Über diese Biographien wird interessanterweise in Deutschland kaum gesprochen, unter Gleichaltrigen gibt es kein Bewusstsein für dieses Problem.

Das Gefühl, Gast bei Fremden zu sein, der Verlust von Heimat und allem Vertrauten, liegt ganz ähnlich auch bei Geflüchteten vor. Sie erleben einen ebenso starken Anpassungsdruck, irgendwann dazugehören zu müssen. Und wenn sie überleben wollen, müssen sie auf Distanz gehen, zu dem was sie liebten, weil das nicht mehr gut für sie ist. Sie müssen neue Wurzeln schlagen, müssen sich mit etwas gemein machen, was ihnen nicht nah ist.

Was verbindet diese zwei Perspektiven? Was trennt sie? Können wir mit dem uns eigentlich Nahen auch das uns Fremde mehr begreifen? Was führt dazu, dass manche es schaffen, im weiteren Verlauf ihres Lebens erfolgreich anzukommen, andere aber ein Leben lang gebrochen sind? Was können wir von ihnen für unser eigenes Leben lernen, sind wir doch alle zur Zeit dauerhaft in der Krise? Was macht uns stark?

Konzept / Text / Regie: Ragna Kirck
Spiel
: Carmen Konopka, Jad Abbas
Dramaturgie
: Karoline Bendig
Ausstattung
: Rupert Franzen
Musik
: Klaus Jacobs
Technik
: Marco ten Wolde, Klaus Jacobs
Interview- / Probenklassen
: Maren-Irina Lutz
Produktionsleitung
: Ragna Kirck, Hille Marks
Graphik + Layout
: Sabina Kukuk
Fotos
: Monika Nonnenmacher
DVD
: Roman Holtwick

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Spielzeiten / Termine

24. Oktober um 16:00 bis 17:00

| Veranstaltungsserie (Alle anzeigen)

Eine Veranstaltung um 16:00 Uhr am 12. September 2021

Eine Veranstaltung um 10:30 Uhr am 13. September 2021

Eine Veranstaltung um 10:30 Uhr am 15. September 2021

Eine Veranstaltung um 10:30 Uhr am 17. September 2021

Eine Veranstaltung um 16:00 Uhr am 19. September 2021

Eine Veranstaltung um 10:30 Uhr am 20. September 2021

Eine Veranstaltung um 17:00 Uhr am 23. Oktober 2021

Eine Veranstaltung um 16:00 Uhr am 24. Oktober 2021

Eine Veranstaltung um 10:30 Uhr am 25. Oktober 2021

Eine Veranstaltung um 10:30 Uhr am 26. November 2021

Eine Veranstaltung um 17:00 Uhr am 27. November 2021

Eine Veranstaltung um 10:30 Uhr am 24. November 2021

Eine Veranstaltung um 10:30 Uhr am 25. November 2021

Details

Datum:
24. Oktober
Zeit:
16:00 bis 17:00
Veranstaltungskategorie:

Veranstaltungsort

CASAMAX Theater
Berrenrather Str. 177
Köln, 50937 Deutschland

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