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Heimat A.T. (ab 10 Jahren)

Ein (Klassenzimmer-)Solo für heimatverbundene Menschen

Azmi ist angekommen. Das hatte er zumindest gehofft, nach einer langen einsamen Flucht, die ihn nicht nur über Landesgrenzen, sondern immer wieder auch weit über seine eigenen Grenzen hinaus getrieben hat. Jetzt ist er in Sicherheit. Das hatte er über dieses Land gehört, und das steht auf einem Stück Papier. Sicherheit, das ist das, was er verloren hat. Neben seinem Vater, seiner Mutter, seinen beiden Brüdern, seinem Haus, seinem Hund, seinem Lieblings-T-Shirt, vor allem aber: Seiner Zukunft. Seiner Vergangenheit. Und irgendwie auch seinem Jetzt. Hier aber, in diesem Land: Da ist die Sicherheit zuhause.
Doch in Azmis Klasse ist Enno. Und Enno beschützt seine Heimat vor solchen wie Azmi, die gekommen sind, um zu nehmen, was ihnen nicht gehört. Enno beschützt seine Heimat vor dem Fremden. Azmi würde sich dagegen wehren, wäre er nur nicht so müde. Er musste seine Heimat wegen dem Vertrauten verlassen. Aber Enno kann er das nicht erklären…

Konzept/Text/Regie: Ragna Kirck
Spiel: Franziska Schmid
Ausstattung: Ragna Kirck
Dramaturgie: Karoline Bendig
Musik: Klaus Jacobs
Produktionsleitung: Hille Marks, Ragna Kirck
Technik: Klaus Jacobs
Graphik + Layout: Sabina Kukuk
Fotos: Monika Nonnenmacher
Interview/Probenklassen: Maren-Irina Lutz
DVD: Roman Holtwick

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Pressestimmen
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„Wir sitzen drinnen, und Azmi ist draußen. Er reißt die Tür auf, stürmt rein: Er hat Angst und bittet um Hilfe. Spricht uns an, die wir überall sind, bunt verteilt im Raum sitzen. Mit einer simplen Bildidee zieht die Regisseurin Ragna Kirck die Zuschauer im CASAMAX Theater gleich hinein in ihr Thema; zeigt, was ein Kind fühlt, das nach der Flucht vor dem Krieg gut in Deutschland angekommen ist. Oder doch nicht ganz so gut, denn mit Absicht heißt ihr Jugendstück „Heimat A.T.“ – für Arbeitstitel.“

Kölnische Rundschau, 26. September 2018

 

„Die junge Kölner Schauspielstudentin Franziska Schmid schlüpft in die Rollen von Azmi und Enno. Sie spielt Azmis Basketballtrainer, den Lehrer der beiden Jungen, einen Unbeteiligten, der seine Meinung kundtut. Als Azmi erzählt sie von seinen Ängsten, als er zum ersten Mal mit seinem Vater von einer Klippe ins Meer springt. Als Enno erzählt sie von dessen Ängsten, als er mit seinem Vater auf einer Kirmesbahn fährt und beinahe herausgeschleudert wird. Wir gewinnen beide Jungen lieb. Wir hören, wie Azmis Basketballtrainer erzählt, dass er sein Bestes gibt, aber auch nicht alle Probleme seiner Schützlinge, ein Team von Geflüchteten, lösen kann. Wir schütteln den Kopf über den Lehrer von Azmi und Enno, dem Fachwissen wichtiger ist als das Vermitteln der Fähigkeit, miteinander zu leben. Wir hören einen Unbeteiligten, der sich fragt, wem er Recht geben würde: Azmi oder Enno. Soll Azmi wieder zurück in sein Heimatland? Wann könnte er wieder zurück? Kann unser Land alle Flüchtlinge der Welt aufnehmen? Wie können wir helfen? Die Regisseurin Ragna Kirck und die Dramaturgin Karoline Bendig geben keine Antworten in diesem Stück. Sie regen die Zuschauer an, selbst nachzudenken und Vorschläge zu unterbreiten. Diese kommen, zögerlich, aber sie kommen.“

Känguru Online, 8. Oktober 2018

 

 

„Autorin und Regisseurin Ragna Kirck beleuchtet in der sensiblen Inszenierung ausführlich Azmis Gegenspieler. Alles andere als ein fanatischer Nationalist oder notorischer Schläger, zeigt sich Mitschüler Enno als unschuldige Frohnatur, die mit naivem Stolz auf Errungenschaften seines Vaterlandes (…) blickt. Doch Enno fehlt Empathie und Erfahrung, um die Traumata eines Geflüchteten zu verstehen. Mitleid – ja, in Grenzen, aber nicht zu lange. (…) In einer Soloperformance fühlt sich die Schauspielerin in sämtliche Figuren des Stücks hinein und verleiht ihnen im wahrsten Sinne des Wortes „Menschlichkeit“, denn das verbindende Glied zwischen dem Fluchtkind Azmi, den unaufgeklärten und daher verunsicherten Mitschülern sowie überforderten Pädagogen, ist die universale Furcht vor dem Unbekannten, die trennt, anstatt zusammenzuführen. Dies mit der notwendigen Mischung aus Verzweiflung, Sehnsucht, Hoffnung über die Gegenwart hinaus wie eine in Granit gemeißelte Botschaft in die Zukunft zu wuchten und dem Publikum durch elementarste Fragen die Teilhabe an Lösungen anzutragen, formuliert eine humane Antwort auf das Drängen der Gewissenlosigkeit.“

Insülz, Winter 2018

weitere Spieltermine finden Sie hier im Spielplan!

Das CASAMAX Theater auf facebook:

Spielplan

30. November -0001 00:00bis16. November 2018 13:03
23. September 2018
16:00
29. September 2018
17:00
31. März 2019
15:00
17:00
15. Juni 2019
15:00
17:00

Das CASAMAX Theater e.V.

Das CASAMAX Theater in Köln ist ein gemeinütziger Verein und Produktionsort für Theaterprojekte und Aufführungsstätte für Bühnenstücke mit dem Schwerpunkt Kindertheater und Jugendtheater. Die freie, kreative Arbeitsweise des teAtmo Ensembles prägt seine Produktionen. Die Stücke sind sinnlich, stimmungsvoll und erzählen Bilder. Ihnen bleibt Raum für Ihre Assoziationen, Gefühle und Gedanken...


Wir bieten

Wir bieten Kindern und Jugendlichen: Den Blick hinter die Bühne, Nachgespräche, theaterpädagogische Vor- und Nachbereitungen zu Stücken sowie zu einzelnen Themenbereichen, Sondervorstellungen, Gastspiele, verschiedene Projektangebote wie z.B. Theater im Klassenzimmer. Weitere und aktuelle Informationen zum Kindertheater und Jugendtheater finden Sie hier auf unseren Internetseiten.


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